Präzision ist mehr als nur Farbe auf Papier.
Die technische Entstehungsgeschichte des Offset-Andrucks hat ihre Wurzeln in dem Bemühen, eine farbverbindliche Druckreferenz zu erstellen, die so standardisiert ist, dass mit ihrer Hilfe an einer Offsetdruckmaschine an jedem beliebigen Standort eine dieser Referenz genau entsprechende Auflage reproduziert werden kann.
Fehler in Texten und Layout können im Vorfeld bereits am Bildschirm oder auf einem Layoutproof erkannt und korrigiert werden. Aber es ist kaum möglich, am Bildschirm die echte Farbigkeit des Druckergebnisses vorherzusagen. Der Begründung hierfür liegt im abweichenden Farbraum RGB des Mediums. Trotz technisch hochentwickelter Simulationsverfahren auf der Basis von Charakterisierung, Kalibration und Farbmanagement kann der digitale Farbproof auch nach Medienstandard Druck und ISO-Norm 12647-7 sich dem Ergebnis des Auflagendrucks im Farbraum CMYK nur annähern. Schwächen zeigen sich hier bei der Wiedergabe von Tiefen, Verläufen, Graubalance und Tonwertzunahme.
Der genaue Farbabgleich einer Drucksache erfordert von professioneller Seite gut aufeinander abgestimmte Abläufe. Dabei sind mehrere Parameter ausschlaggebend. Soll beispielsweise ein Bildmotiv – unabhängig davon, ob digitaler oder analoger Herkunft – im Industriemaßstab gedruckt werden, müssen Programmeinstellungen, Separationsprofile und Datenübergabeformate im Farbraum CMYK entsprechend eingerichtet werden.
Der Druck mit den vier Basisfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK) wird Druck nach Euroskala genannt. Diese Benennung ist historisch bedingt, da der Druck der CMYK sich farblich an der alten Europaskala orientiert. Die genaue Definition der Farben und deren Herstellung regelt die ISO-Norm 2846. Die Verwendung der Farben beim industriellen Offsetdruck richtet sich nach der ISO-Norm 12647-2. Hier findet man auch weitere Informationen über die Farbwiedergabe auf verschiedenen Papiersorten.
Ein abschließender Offset-Andruck zeigt im Ergebnis die Wechselwirkung zwischen Farbe und Material. Diese Vorlage gibt Aufschluss sowohl über Farbauftrag, Rastertöne, Tonwertzunahme und Moiréebildung als auch über die Wiedergabe von Farbflächen.
Mit einer Farbreferenz von RealColors™ mit Farbkontrollstreifen und den übrigen nach der Fogra-Norm (Forschungsgesellschaft Druck e.V) gedruckten Werten hat der Kunde ein Original in der Hand, das verbindlich wiedergibt, wie das Produkt im Auflagendruck aussehen wird: «What you see is what you (really) get». Jeder einzelne Produktionsschritt ist an jeder Offsetdruckmaschine nachvollziehbar und reproduzierbar.